lthrprideflagDer MSC ist Mitglied im LFC (Leather & Fetish Community), der deutschsprachigen Dachverband der Fetischszene, sowie in der europäischen Vereinigung ECMC (European Confederation of Motorcycle Clubs)

 

Europäischer Dachverband der Fetischszene: www.ecmc.nu

Deutschsprachiger Verband der Fetischszene: www.lfc-online.de


30 Jahre Leather & Fetish Community


Die LFC ist die Dachorganisation der deutschsprachigen Leder- und Fetischclubs. Mitglied in der LFC sind zur Zeit 15 Clubs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziele der Dachorganisation sind die Interessenwahrung gegenüber der Außenwelt, die gegenseitige Information und die Förderung der Zusammenarbeit der Clubs untereinander. Wichtigste Themen der LFC mit Außenwirkung sind heute der gemeinsame, alle 2 Jahre stattfindende Bikerun „LFC Bike & Fun“ der „Arbeitsgruppe Motorsport“ sowie die Online-Gesundheitsbroschüre „Fetisch – aber sicher!“ der AG Zukunft und der AG Gesundheit & Soziales.

Hervorgegangen ist die LFC Leder und Fetisch Community aus der SKVdC – Ständige Konferenz der Vertreter deutschsprachiger Clubs – ein wahrer Zungenbrecher, der aber bis zum Herbst 2000 Bestand hatte. An dieser Stelle sei ein Ausflug in die Geschichte der organisierten Lederszene in Deutschland erlaubt. In der ersten Hälfte der 1970er Jahre steckte die Lederszene in unserem Land noch in den Kinderschuhen; die Teilaufhebung des §175 war noch nicht lange her. Alles war neu und aufregend. Ein neuer Dresscode – Leder – entwickelte sich, die ersten Lederclubs entstanden und mit ihnen auch die ersten Ledertreffen.

Mit dem Aufkommen von AIDS veränderte sich die Arbeit der SKVdC schlagartig. Hauptaugenmerk lag von da an auf der AIDS-Prävention. In den Clubs wurden so genannte Sozialbeauftragte installiert und 1983 wurde innerhalb der SKVdC die Arbeitsgruppe „Arbeitsgruppe AIDS & Soziales“ gegründet, später umbenannt in „Gesundheit & Soziales“. Diese Arbeitsgruppe veranstaltete zweimal im Jahr in Zusammenarbeit mit der Deutschen AIDS-Hilfe das Treffen der Sozialbeauftragten. Sie ist bis heute die wichtigste Arbeitsgruppe innerhalb der LFC.

Mitte der 1990er Jahre begann sich die Lederszene – wie die Schwulenszene überhaupt – rapide zu verändern. Die Akzeptanz in der Gesellschaft nahm zu und das kommerzielle Angebot wuchs. Ledertreffen waren also nicht mehr die einzige Möglichkeit, um unter Gleichgesinnten zu sein bzw. um seinen Fetisch auszuleben. Zudem prägten sich neue Fetische aus. Beispielhaft sei hier nur Army, Skin und Sportswear genannt. Einige Clubs erkannten diesen Trendwechsel von der Lederszene zur Fetischszene sehr schnell und reagierten entsprechend. Auch wenn viele der Clubs das Wort Leder im Namen haben, sind es doch mehrheitlich schwule Fetischclubs.

Die SKVdC war in ihren Strukturen ziemlich festgefahren und viele der Mitgliedsclubs sahen auch keinen Sinn mehr in einer überregionalen deutschen Dachorganisation. Dies führte auch zu Austritten von vereinzelten Clubs. Auch ließ sich der umständliche Name kaum jemandem Außenstehenden verständlich machen. Auf der Herbstsitzung 2000 in Erfurt wurden die ersten Schritte zur Reorganisation des Verbandes eingeleitet. Es erfolgte die Umbenennung in LFC – Leder und Fetisch Community und die Organisation öffnete sich auch für andere schwule Fetischclubs wie z.B. Gummiclubs. Ferner wurde die Arbeitsgruppe Zukunft gegründet.

Die Veränderungen haben gezeigt, dass sowohl schwule Leder- und Fetischclubs als auch ihre Dachorganisation nach wie vor eine Existenzberechtigung haben. Denn gerade die Clubs erbringen für ihre Mitglieder eine Vielzahl von Leistungen, die die kommerzielle Szene weder leisten kann noch leisten will. Genannt seien hier nur die Hilfe im Krankheitsfall, finanzielle Unterstützung in Notsituationen oder auch nach wie vor die Funktion als Ersatzfamilie.

(Quelle – LFC-online.de / gekürzt)